Freitag, 16.11.2007

Moma Moskau: Geist der Revolution auf Fotopapier

Ozup dokumentierte seine Zeit als nüchterner Handwerker, ohne besonderen ästhetischen Anspruch (Foto: MMOMA).
Moskau. Pjotr Ozup ist der Fotograf des Revolutionsjahrs 1917. Er durfte ganz nah ran an die Mächtigen der geschichtsbestimmenden Ereignisse, an Lenin und Stalin. 142 Fotografien sind jetzt in der Galerie „Surab“ zu sehen.
Pjotr Ozup gilt als der Fotograf der Oktoberrevolution. Er wurde von der Führung der Sowjets zum „Leibfotografen“ ausgewählt und durfte die Revolutionsereignisse aus nächster Nähe in Schwarz Weiß festhalten. Auch nach den Umwälzungen der Revolutionsjahre blieb Ozup bis 1935 offizieller Kreml-Fotograf und begleitete die Machthaber bei mehreren Reisen durch Russland.

Machen Sie Fotos von der Masse



Später noch in der Sowjetunion schmückten seine Fotoarbeiten die Titelblätter vieler Zeitschriften und Zeitungen. Seine Fotos dienten sogar als Vorlagen für die Prägungen auf Orden und Münzen – unter anderem für einen Orden mit dem Konterfei Lenins.

Mit seinen in dem Buch „Wie ich Lenin fotografierte“ festgehaltenen Erinnerungen beeinflusste Ozup die Entwicklung der Fotografie in der Sowjetunion. Ozup zitiert Lenin mit den Worten: „Die historische Bedeutung der Fotografie ist enorm. Das Gemälde des Künstlers kann ein Ereignis nicht so schnell und genau festhalten, wie das Foto. Machen Sie weniger Porträt-Fotos, widmen Sie den Massen mehr Aufmerksamkeit, versuchen Sie, die Ereignisse festzuhalten.“

142 ausgewählte Fotografien



Dieses Zitat, so die Organisatoren der Ausstellung, habe die sowjetische Reportage-Fotografie geprägt. Der Höhepunkt dieser Entwicklung seien inszenierte Massenszenen unter Stalin gewesen.

Die Ausstellung „Pjotr Ozup: Welt der Revolution. Russland 1917 - 1941“ vereint 142 Fotografien aus dem „Russischen Staatlichen Archiv für Kino- und Foto-Dokumente“, aus dem Museum „Gorki Leninskije“ und aus dem St. Petersburger „Museum für die Geschichte der Fotografie“.

Sie kann bis zum 02. Dezember im Moscow Museum of Modern Art (MMOMA) besucht werden (Twerskoj bulwar 9, Galerie „Surab“, Metro Twerskaja, Puschkinskaja, Tschechowskaja).

Geöffnet ist täglich von 12.00 bis 20.00 Uhr. Karten gibt es an der Museums-Kasse.

Weitere Ausgehtipps finden sie in unserem Veranstaltungskalender. (cj/.rufo/Moskau)