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| Die leuchtende Fassade trügt: Das Edelrestaurant Praga hat keine leuchtende Zukunft mehr (Foto: Ballin/.rufo) | |
Mittwoch, 12.01.2011
Moskau verliert ein Symbol: Aus für Restaurant Praga
Moskau. Das legendäre Restaurant Praga am Kopfende der Bummelmeile Arbat steht vor dem Ende. Der Besitzer, Milliardär Telman Ismailow, hat das Gebäude verkauft. Nun soll es umgebaut werden für einen Italiener.
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„Moskau verliert noch ein Wahrzeichen seiner sowjetischen Epoche“, urteilt die Nachrichtenagentur Itar-Tass. Ganz richtig ist die Feststellung nicht, denn die Geschichte des „Praga“ beginnt schon in vorrevolutionärer Zeit.
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Über 100 Jahre Geschichte Ende des 19. Jahrhunderts entsteht an dieser Stelle zunächst eine Schenke. 1902 eröffnet das „Praga“ nach einem Umbau erneut – diesmal als Edelgaststätte mit sechs großen Speisesälen, elitärer französischer und russischer Küche und sogar vier Billardräumen.
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Nach der Oktoberrevolution wurde dann neben Kinosaal und Kochschule auch eine Mensa in dem Gebäude untergebracht, die die meisten Moskauer der Gewohnheit halber weiter „Praga“ nannten. Erst 1955 wurde das Gebäude offiziell wieder zum Restaurant Praga. Wegen seiner hervorragenden Lage und exzellenten Küche war das Praga nicht nur bei Moskauern, sondern auch bei vielen ausländischen Touristen sehr beliebt.
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Elite-Restaurant für die neuen Russen Nach dem Untergang der Sowjetunion wurde das Praga erneut umgebaut. Seit 1997 blickt es in seiner jetzigen Ausstattung in Richtung Kreml. Schlangen vor dem Restaurant gibt es zwar nicht mehr, doch der Besitzer Telman Ismailow hat – auch wegen der elitären Preise – in den letzten Jahren sicher kein schlechtes Geschäft gemacht.
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Doch nun ist Schluss. Ismailow ist, seit er 2008 in der Türkei das pompöse Hotel Mardan Palace für über eine Milliarde Euro eröffnete, im Kreml nicht mehr gut gelitten. Der Ismailow gehörende Chinesenmarkt Tscherkisowo, jahrelang von den Behörden trotz Schmuggel, Prostitution und Menschenhandel geduldet, wurde 2009 überraschend geschlossen.
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Ismailows Rückzug aus Moskau Schmuggelwaren für zwei Milliarden Euro kassierten die Ermittler damals ein. Ismailow setzte sich ins Ausland ab. Doch ein Verfahren gegen den engen Luschkow-Freund wurde nicht eröffnet. Im Gegenzug beteiligt sich Ismailow an der Vorbereitung der Olympischen Winterspiele in Sotschi.
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Seine Geschäfte in Moskau hat er weitgehend aufgegeben und so ist auch die Abtretung des „Praga“ an einen anderen Kaukasier mit guten Beziehungen zum Ex-Bürgermeister Juri Luschkow – Geschäftsmann Umar Dschabrailow aus Tschetschenien – logisch. Nach Angaben von Itar-Tass hat er das „Praga“ für 450 Mio. USD an Dschabrailow verkauft.
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Italienisches Edelrestaurant soll Praga beerben Andere Quellen behaupten, dass er das Gebäude lediglich an Dschabrailow und dessen italienischen Partner, den Designer Roberto Cavalli, vermietet. An Stelle des Praga soll nach einem kompletten Umbau ein italienisches Edelrestaurant unter der Marke „Just Cavalli“ aufmachen. Bisher gibt es solch ein Restaurant nur in Mailand.
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Die Investitionen in die Eröffnung des Italieners werden auf zehn Millionen USD beziffert. Das ist selbst für Moskau ein hoher Preis. Also schnell mal Pizza essen im ehemaligen Praga wird auch in Zukunft nicht (ohne das nötige Kleingeld) möglich sein.
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