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Das Puschkin-Museum öffnet in der Museumsnacht seine Pforten. Der Andrang dürfte groß sein (Foto: Ballin/.rufo)
Das Puschkin-Museum öffnet in der Museumsnacht seine Pforten. Der Andrang dürfte groß sein (Foto: Ballin/.rufo)
Donnerstag, 15.05.2014

Moskauer Museumsnacht: Gespensterjagd und Ballett im Park

Moskau. Über 250 Museen und Galerien werden vom Freitag auf Samstag an der Moskauer „Nacht der Museen“ teilnehmen. Den Besuchern wird nicht nur hohe Kunst, sondern auch eine große Show und Abenteuer geboten.

Natürlich nehmen die ehrwürdige Tretjakow-Galerie und das Puschkin-Museum an der Aktion teil, aber wussten Sie überhaupt, dass es in Moskau auch ein Museum für die Geschichte des Cognac gibt? In der Museumsnacht demonstrieren die Mitarbeiter nicht nur alte Cognac-Fässer und Destillationsapparate, sondern laden auch zu einer Verkostung ein – vorausgesetzt, der Besucher kann das Mindestalter von 18 Jahren nachweisen.

Bei Russland-Aktuell
• Petersburger Nacht der Museen dieses Jahr kosmisch (20.05.2011)
• Nacht der Museen: 20 Prozent mehr Teilnehmer als 2010 (06.05.2011)
• Moskauer Metro feiert ihr Jubiläum mit Nachtkonzert (11.05.2010)
• Museumsnacht in Moskau hofft auf neuen Rekord (14.04.2010)

Ballett im Gorki-Park


Ganz ohne Alkohol berauschen können sich die Zuschauer an „Giselle“. Während das bekannte Ballett um ein armes Bauernmädchen, verratene Liebe, Tod und des Nachts tanzende Waldgeister zum Standardrepertoire der großen Moskauer Balletttheater wie Bolschoi oder Stanislawski-Theater gehört, verspricht die Aufführung im Gorki-Park – zumal zu nächtlicher Zeit (Beginn 22 Uhr) ein besonderes Prickeln.

Das Open-Air-Erlebnis im Gorki-Park feiert damit übrigens keine Premiere, sondern eine Rückkehr. Bereits in den 30er Jahren wurde das Ballett schon einmal an gleicher Stelle aufgeführt.

Unheimliches Vergnügen


Richtig unheimlich wird es bei einer nächtlichen Bustour „Auf den Spuren der Moskauer Gespenster“, die um 1 Uhr nachts am Theater der Satire in der Nähe der Metrostation Majakowskaja startet. Die Organisatoren versprechen, die Teilnehmer in die Geheimnisse der Lubjanka (berüchtigte Geheimdienstzentrale) und der Teiche „Tschistye Prudy“ einzuweihen, ihnen die ungewöhnlichsten Bewohner Moskaus und unerklärliche Erscheinungen sowie natürlich jede Menge Gespenster zu zeigen.

Im Gegensatz zu den meisten Veranstaltungen, muss diese fünfstündige Bustour allerdings gebucht werden und kostet für Erwachsene immerhin 950 Rubel (19 Euro). Gratis hingegen sind die Vorstellungen, die von 18 Uhr abends bis fünf Uhr morgens im Museum des wohl geheimnisvollsten russischen/sowjetischen Schriftstellers Michail Bulgakow (ebenfalls an der Station Majakowskaja gelegen) gegeben werden.

Performance-Kunst


Auch die Vorstellungen des Straßentheaters und Performance-Kunst a la Maskenball im Art-Zentrum „Winsawod“ an der Metrostation Kurskaja ab 18 Uhr sind kostenlos. Im Museum der modernen Kunst eröffnet zur gleichen Zeit eine „Hip-Hop Akademie“ und ein „Meisterkurs“ von Graffiti-Sprayern. Im Zentrum Art-Play sind in der Ausstellung „World Press Photo 2014“ die besten und eindrucksvollsten Pressefotos des vergangenen Jahres zusammengestellt.

Zu den Highlights zählen auch neue Sichtweisen auf eher traditionelle Kunst wie die Ausstellung „Das goldene Zeitalter der russischen Avantgarde“, die in der Manege im Rahmen des Kulturaustauschs zwischen Russland und Großbritannien zu sehen sind. Abstrakte Kunst von Kandinsky, Plakate von Rodtschenko, scharfe Werbesprüche von Majakowski oder auch Filmsegmente von Eisenstein wurden vom britischen Regisseur Peter Greenway in einer Videoinstallation zusammengeführt.

Projekt aus Österreich dreht sich um Musik


In der Nacht der Museen sind auch Projekte aus Österreich zu bewundern: „Erwartung“ heißen die Soundinstallationen und –performances rund um die gleichnamige Oper Arnold Schönbergs, die sieben Künstler aus Österreich, Italien, und den USA dem Moskauer Publikum am 17. Mai um 20 Uhr im „ZTI Fabrika“ präsentieren.

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Besucher, die die Museumsnacht für einen Blick in die Welt der Geschichte und Kunst genutzt haben, stetig gestiegen. In diesem Jahr rechnet die Moskauer Stadtverwaltung mit weit mehr als einer halben Million Museumsgäste.



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