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| Auftritt des tschechischen Theaters Farm in the Crave in Moskau | |
Freitag, 14.11.2008
NET-Festival: Europäisches Theater auf Russlands Bühnen
Moskau. Über drei Wochen lang werden mehrere europäische Theater im Rahmen des NET-Festivals Aufführungen in Moskau geben. Darunter die Münchner „Kammerspiele”, „Farm in the Cave” aus Prag und Rimini Protokoll.
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Das NET-Festival, oder das „Neue Europäische Theater”, findet in Moskau bereits seit zehn Jahren statt. In dieser Zeit ist es von einer Laienveranstaltung zu einem angesehenen Projekt gewachsen. Neben den zwei wichtigsten Theaterfestivals Moskaus – dem Internationalen Tschechow-Festival und der Goldenen Maske – ist es eins der bekanntesten Theater-Projekte in Russland.
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Von den anderen zwei unterscheidet sich dieses Festival grundsätzlich durch die Genres der zu zeigenden Theaterstücke. Das sind keine richtigen Theaterstücke in der klassischen Tradition, an die russische Zuschauer gewöhnt sind. Die eingeladenen Regisseure verzichten auf Text, setzen den Schauspielern Köpfe aus Pappmaché auf oder machen den Zuschauer zur Zentralfigur der Handlung.
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Gespräch mit Callcenter einen Theaterabend wert Eine Theaterkarte kaufen, um am Telefon mit einer Kundenberatung in Indien zu reden? Gerade das bietet die deutsch-schweizerische Gruppe Rimini Protokoll mit ihrem Ein-Personen-Spiel „Call Cutta in a Box” an.
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Diese einzige Person ist der Zuschauer bzw. der Hörer selbst. Zusammen mit der Eintrittskarte bekommt er den Schlüssel zu einem unbekannten Raum. Wenn er diesen betritt, klingelt im Inneren des Zimmers ein Telefon. Am anderen Ende der Leitung ist der Mitarbeiter eines Callcenters in Kalkutta. Sein Ziel ist es glücklicherweise nicht, dem Gast indische Waren anzudrehen, sondern über Themen zu reden, die für beide Seiten interessant sind.
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Welche Themen das sind, sollte sich jedes Mal individuell ergeben, meinen die Autoren. In „Call Cutta in a Box” gehe es um den Wert eines Gesprächs als solches. Das internationale Telefonprojekt, wie Rimini Protokoll es selbst bezeichnet, wurde bereits 2005 in Berlin vorgestellt. In Moskau läuft es vom 18. bis zum 22. November.
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Lied eines Emigranten Das tschechische Theater „Farm in the Cave” setzt sich in seiner Vorführung „Das Lied eines Emigranten” mit dem lateinischen Wort sclavi auseinander und der Rolle heutiger Slawen als meist bloß billiger Arbeitskraft für Westeuropa.
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Für die Vorbereitung vom „Lied eines Emigranten” bereiste der Regisseur William Docolomanski viele Dörfer der Ostslowakei. Dem Spiel, das als Verknüpfung von Lied und Tanz gestaltet ist, liegen auch einige ukrainische Lieder sowie Briefe slowakischer Emigranten zugrunde. Im Rahmen des NET-Festivals ist das Stück am 27. und 28. November zu sehen.
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Beim NET-Festival auch Tschechow in moderner Fassung Es gibt zwar ein Stück, das klassische Literatur inszeniert: „Drei Schwestern” von Anton Tschechow in Bearbeitung des Regisseurs Andreas Kriegenburg und des Münchner Theaters „Kammerspiele”.
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Jedoch die Inszenierung selbst ist alles andere als klassisch. Die Schauspieler sprechen ihre Monologe wie im Anfall, verstecken sich voreinander hinter der Wäsche, die auf der Bühne in Haufen liegt, oder aber hinter den Masken riesiger Pappmaché-Köpfe, die sie mitten im Spiel aufsetzen.
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Die „Kammerspiele” treten mit den „Drei Schwestern” am 4. und 5. Dezember, an den letzten Tagen des Festivals, auf der Bühne des Moskauer Puschkin-Theaters auf. Das Stück wird in deutscher Sprache mit russischen Untertiteln vorgeführt.
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15 Gasttheater, fünf Bühnen, knapp einen Monat lang Insgesamt gibt es in diesem Jahr über 15 Teilnehmer, darunter aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Russland selbst. Erstmalig nehmen dabei Truppen aus Osteuropa gut die Hälfte des Programms ein. Neben dem Tschechen Docolomanski sind das estnische, polnische und litauische Theater.
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Das Jubiläumsfestival vom „Neuen Europäischen Theater” läuft diesmalig fast doppelt so lang wie sonst – über drei Wochen. Die Aufführungen gibt es täglich auf mehr als fünf Bühnen Moskaus, von traditionellen wie die des Puschkin-Theaters, bis zu alternativen wie „Aktowy Sal”.
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Mehr zum Programm gibt es unter http://www.netfest.ru/
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