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| Die bunte und schrille Zoi-Mauer verleiht der schicken Moskauer Innenstadt ein Flair von Anarchie. (Foto: wikipedia) | |
Donnerstag, 29.10.2009
Obrigkeit will Gedenkmauer für Viktor Zoi einrahmen
Moskau. Mitten in Moskau, an einer Seitenstraße des Arbat steht sie, die Gedenkmauer für Viktor Zoi, Sänger der Rockgruppe Kino. Für die Fans ist die buntbemalte Mauer Kult, für die Stadtverwaltung ein anarchischer Fleck.
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Viktor Zoi ist einer der bekanntesten russischen Musiker der Gegenwart. Er erlangte schon zu Lebzeiten Kultstatus. Geboren 1962 in Leningrad, wurde er ein Pionier der russischen Rockmusik, als in der Sowjetunion die Perestroika begann.
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Beginn zur Perestroika Die Gruppe Kino, deren Frontmann er war, begann im Leningrader Milieu mit ihrer Musik. Weder der Musikstil, noch die Texte, in denen die Gruppe politische Veränderungen in der Sowjetunion forderte, stießen auf besondere Gegenliebe bei der Obrigkeit.
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Dafür gewann Kino in den 80er Jahren die fast uneingeschränkte Zustimmung der sowjetischen Jugend. Lieder wie „Posledni Geroi“ („Letzter Held“), „Swesda imeni Solnze“ („Ein Stern namens Sonne“) „Chotschu Peremen“ („Ich will Veränderungen) oder „Kamtschatka“ können viele Russen noch heute auswendig.
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Zoi wurde auch als Schauspieler bekannt. Trotz seines Erfolgs behielt er seinen Beruf als Heizer eines Wohnhauses in Leningrad bei. Er brauchte das Geld, um sein Hobby Gesang zu finanzieren, sagte er einmal ironisch, denn viele der Lieder von Kino wurden von den Fans als Piratenkopien untereinander weitergereicht.
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Tod im Alter von 27 Jahren Im Juni 1990 gab die Gruppe ihr größtes und letztes Konzert im ausverkauften Luschniki-Stadion. Danach begann Zoi in Lettland die Arbeit an einem neuen Album. Nach der Fertigstellung des Albums auf dem Weg nach Leningrad geriet Zoi in einen Verkehrsunfall.
Er starb im Alter von 27 Jahren und gehört damit (zumindest nach Ansicht russischer Rockfans) in den legendären „Klub 27“ (u. a. Jimi Hendrix, Jim Morrison und Kurt Cobain) der bekannten Musiker, die im Alter von 27 ums Leben kamen.
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„Zoi lebt“ Bereits kurz nach dem Tod erschienen auf einer Mauer am Kriwoarbatski pereulok, einer Nebengasse des Arbat, Aufschriften wie „Zoi lebt“ und „Kino“ sowie zahlreiche Zitate aus den Liedern der Gruppe.
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Die inzwischen über und über beschriebene und bemalte Mauer hat sich zu einer Gedenkmauer für alle Zoi-Fans entwickelt. Ständig liegen frische Blumen davor. Tausende Menschen besuchen den Ort jedes Jahr.
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Stadtverwaltung stört Zoi-Gedenkmauer Der Moskauer Stadtverwaltung ist der Ort hingegen ein Dorn im Auge. Schon mehrfach hat sie versucht, die Mauer zu „verschönern“. Im Jahr 2006 ist es Unbekannten sogar gelungen, die Zitate zu übersprühen, doch schnell stellten die Zoi-Anhänger den alten Zustand wieder her.
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Nun will der Präfekt des Moskauer Stadtzentrums, Alexej Alexandrow, einen Teil der Mauer wegnehmen und den Rest einrahmen lassen. „Wir geben der Mauer ein zivilisierteres Aussehen“, sagte Alexandrow.
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Doch es regt sich Protest – und zwar nicht nur bei den Zoi-Fans. Zahlreiche Kunstexperten, durchaus nicht alle Anhänger seiner Musik, haben sich gegen eine solche Maßnahme ausgesprochen. Zoi hätte sich wohl auch nicht gern in einen Rahmen einpassen lassen, soviel ist gewiss.
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