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Doro Pesch und Band (Foto: Pesch)
Doro Pesch und Band (Foto: Pesch)
Dienstag, 19.05.2009

Rock total: Düsseldorfer Rock-Star Doro Pesch in Moskau

Moskau/Speyer. Nach ausverkauftem Tournee-Auftakt in London kommt die deutsche Metal-Sängerin Doro Pesch mit Show am 27. Mai 2009 in den Tochka Club Moskau. Sie feiert ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum und stellt ihre neue Platte vor.

Für Stimmung beim Konzert sollen neben Hits wie „Für Immer“ oder „All We Are“ auch neue Songs aus dem aktuellen Album „Fear No Evil“ sorgen, das an diesem Abend vorgestellt und in Russland veröffentlich wird.

Für die 44-jährige gebürtige Düsseldorferin ist die Reise nach Moskau im Rahmen ihrer Welt-Tour ein besonderes Highlight, wie sie im Interview mit Russland-Aktuell / Moskau.ru verriet. Mit Doro Pesch sprach Anne Kirchberg.

R-A: Sind Sie schon einmal in Moskau aufgetreten?

Doro Pesch: Ich war schon vier Mal dort, bei jeder Tour durch Russland. Im Tochka-Club haben wir bei unserem allerersten Russland-Gig 2001 gespielt – am Weltfrauentag! Damals war der Club aber im Aufbau und mittlerweile muss er noch toller! Bei dem damaligen Auftritt gingen zirka 1.500 bis 2.000 Leute in den Saal und draußen standen bei -15 Grad Celsius weitere 1.500 Menschen in der Kälte, nur um meine Musik zu hören! Das hat mich sehr fasziniert.

R-A: Unterscheidet sich das russische Publikum von Ihren anderen Fans?

Doro Pesch: Die Leute sind sehr begeisterungsfähig! Es gibt viele Rockfans, die früher keine Chance hatten, unsere Band zu sehen. Deswegen war es in Bezug auf die Stimmung und die Atmosphäre in Moskau immer der Wahnsinn! Musikalisch mag man in Russland von „All We Are“ bis „Für Immer“ alle Hit-Songs, die weltweit gut funktionieren.

Doro Pesch ist begeistert von ihren Moskauer Fans (Foto: Pesch)
Doro Pesch ist begeistert von ihren Moskauer Fans (Foto: Pesch)
Außerdem sind mir mit russischen Fans schon viele herzerwärmende Dinge passiert: Ich habe bei einem Konzert in Moskau aus der Ferne ein Mädchen gesehen, das bei ihrem Freund auf den Schultern saß und ein glitzerndes Kreuz an hatte. Dort musste ich irgendwie die ganze Zeit hinsehen!

Nach dem Konzert kam dann jemand backstage und hat mir genau dieses Kreuz gegeben. Ich sah das Mädchen vor der Tür und fragte sie: „Ich habe das die ganze Zeit angesehen, weil es so geglitzert hat – woher wusstest du das?“ und sie meinte nur: „Das habe ich gemerkt!“ Mich hat das riesig gefreut und ich habe es seit dem ganz oft an! Außerdem bekam ich in Moskau einmal den größten Blumenstrauß mit einer Höhe von 1,70 m geschenkt!

R-A: Gefällt Ihnen auch die Stadt Moskau?

Doro Pesch: Ja und ihre Vielseitigkeit erinnert mich ein bisschen an meinen Wohnort New York. Moskau ist so groß und so extrem, wie beispielsweise extremer Reichtum und extreme Armut. Wir haben uns natürlich auch alle Sehenswürdigkeiten angeschaut – wobei einer unserer Roadies irgendwo herumgelaufen ist, wo man es nicht durfte und deshalb verhaftet wurde!

In Moskau erlebten wir ganz irre Sachen, wie die Geburtstagsparty unseres russischen Promoters. Dort sahen wir zum ersten Mal, wie in Russland gefeiert wird: Bis morgens früh um acht Uhr und mit riesengroßen Wodka-Gläsern. Ich trinke ja eigentlich nicht viel, aber dort gab es kein Nein! Wie im Film waren wir dort bei den wildesten Partys mit allen möglichen Schikanen dabei. Und alle waren so herzlich und bemühten sich um die Band.

R-A: Kennen Sie russische Musiker?

Doro Pesch: Ja, wir sind zum Beispiel seit vielen Jahren mit der Gruppe „Amulet“ in Kontakt. Und wir haben einen Russen in der Band: Rob, unser Keyboarder und Akustikgitarrist ist mit fünf oder sechs Jahren von Russland mit seinen Eltern nach Amerika ausgewandert! Er ist neu bei uns dabei und freut sich sehr, in seiner Heimat auftreten zu können. Er spricht gut Russisch und ist schon ziemlich aufregt.

Schon viermal in Moskau gewesen: Doro Pesch und Band wieder auf Welttournee (Foto: Pesch)
Schon viermal in Moskau gewesen: Doro Pesch und Band wieder auf Welttournee (Foto: Pesch)

R-A: Werden Sie sich von ihm ein wenig Russisch für den Gig beibringen lassen?

Doro Pesch: Da frage ich ihn später mal! Aber solche Sachen wie „Spasibo“ oder andere wichtige Wörter und Sätze, haben wir immer drauf. Schließlich wollen wir mit jedem Publikum ein wenig in ihrer Landessprache reden.

R-A: Auf was freuen Sie sich beim Auftritt in Moskau am meisten?

Doro Pesch: Wie immer auf die Fans, die sind mit das Allerwichtigste! Ich werde versuchen, ein Programm zu machen, das sie freut und begeistert! Mit viel Power, Energie und ganz viel Herz!

Die Menschen stehen auf extrem emotionale Dinge und gehen dementsprechend mit. Darum sind auf der letzten DVD „20 Years A Warrior Soul“ viele Konzertauftritte von einem Moskau-Gig zu sehen!

R-A: Wie stellen Sie Ihre Musikauswahl für die Konzerte zusammen?

Doro Pesch: Es ist kein Gig wie der andere! Ich gehe auf die Bühne und schaue, wie das Publikum drauf ist und je nachdem ändern wir unser Programm. Wenn ich das Gefühl habe, sie möchten mehr Hymnen, Balladen oder härter Sachen hören, dann machen wir das. Und die Zugaben neben den beiden gesetzten Songs werden sowieso auf Zuruf gespielt! Was am lautesten geschrien oder aus der ersten Reihe zugerufen wird, spielen wir.

R-A: Haben Sie ein Erfolgsgeheimnis?

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• Tanz in den Mai: Die Toten Hosen treten in Moskau auf (01.05.2009)
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Doro Pesch: Ich bin kein materieller Mensch. Früher habe ich alles, was wir verdient haben, sofort in die nächste Tour gesteckt, um den Zuschauern die schönste Show und ein einmaliges Erlebnis zu bieten. Ich mache die Leute super gerne glücklich und dafür gebe ich alles. Und wenn die Fans ein Konzert gesehen haben, muss man schauen, dass es das nächste Mal noch schöner wird – das ist in 25 Jahren gar nicht einfach! Aber ich möchte bis zum letzten Atemzug auf der Bühne stehen, wenn mein Körper so lange mitmacht!

R-A: Was hat sich in den 25 Jahren Ihrer Musik-Karriere verändert?

Doro Pesch: Je länger ich Musik mache, desto mehr liebe ich es und weiß es zu schätzen. Am Anfang in den 80er Jahren wurde Rock und Metal auf einmal beliebt und man wusste gar nicht, warum die Erfolge kamen. In den 90er Jahren war alles ganz anders, weil die Leute Grunge mehr unterstützten.

Und in den letzten acht Jahren ist unsere Musik nun weltweit wieder mehr im Kommen. Darum ist es unglaublich schön, auch in Ländern zu touren, wo dies früher nicht möglich war! Auf unserer Tournee gehen wir beispielsweise auch dieses Jahr wieder nach China. Die Welt ist ganz klein geworden und man fühlt sich überall zuhause!

R-A: Unterscheidet sich Ihr Publikum weltweit?

Doro Pesch: Ja, so kleine Unterscheide gibt es schon. Aber die Lieblingssongs sind trotzdem auf der ganzen Welt mit „Für Immer“ oder „All We Are“ gleich – obwohl die Leute ja oft die Sprache gar nicht verstehen. Aber Rockfans sind die treusten und loyalsten der Welt. Das ist mehr ein Lebensstil, bei dem man die Band und die Songs in- und auswendig kennt. Und genau das ist überall auf der Welt gleich.

Klar, Südamerikaner haben mehr Feuer im Blut und die Skandinavier hören gerne dunkle Sachen. Aber eigentlich schlägt bei Metal-Fans überall das gleiche Herz in der Brust!


Das Interview führte Anne Kirchberg für Russland-Aktuell / Moskau.ru.


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