Montag, 30.05.2011

US-Aussenministerium besorgt wg. Moskauer Gay-Parade

Enger Körperkontakt bei der Schwulenaktion in Moskau (Foto: Itar-Tass)
Moskau/Washington. Das amerikanische Aussenministerium ist "besorgt" wegen der Festnahmen während des Versuchs einer Gay-Parade am vergangenen Sonnabend in Moskau. Nach Polizeiangaben waren 18 schwule Aktivisten und 16 Gegner der Gay-Parade festgenommen worden.
Ein Sprecher des US-Aussenministeriums erklärt jetzt, man sei besorgt, dass die nicht genehmigte Demonstration von ihren Gegnern mit Gewalt auseinandergejagt worden sei und dass die moskauer Polizei dann Menschen aus beiden Gruppen festgenommen habe.

Unter den Festgenommenen seien zwei US-Bürger und ein Franzose.

Am vergangenen Sonnabend hatten schwule Aktivisten aus Russland und anderen Ländern versucht, am Grabmal des unbekannten Soldaten Kränze niederzulegen. Im Stadtzentrum waren Plakate mit der Aufschrift "Überschreiten wir die Grenzen!" geklebt worden.

Tatsächlich scheint die Aktion der Schwulen und Lesben auf Provokation angelegt gewesen zu sein: Am vergangenen Sonnabend war auch der russische "Tag der Grenzschützer", der alljährlich von Grenzschutzsoldaten feuchtfröhlich begangen wird.

Eine öffentliche Schwulenaktion ausgerechnet an diesem Tag ist nur dann eine gute Idee, wenn sie masochistisch-provokativ geplant ist.

Die moskauer Stadtverwaltung hatte die Aktion am vergangenen Wochenende jedenfalls nicht genehmigt, um Zusammenstösse zu vermeiden.
Bereits im Jahre 2006 war es während einer nicht genehmigten Schwulenaktion am Grab des unbekannten Soldaten an der Kremlmauer zu Handgreiflich-keiten gekommen. Der zu der Aktion angereiste Grüne Bundestags-abgeordnete Volker Beck wurde dabei durch einen Faustschlag verletzt.