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| "Billy´s Band" aus St. Petersburg gehört zu den einheimischen Jazz-Stars (foto: usadba.jazz) | |
Montag, 09.06.2008
Usadba.Jazz: Drei Tage Musik in Archangelskoje
Moskau. Drei warme Juni-Tage lang erklingt im Landsitz Archangelskoje Jazz. Beim Open-Air „Usadba.Jazz“ treffen zum fünften Mal Musiker aus aller Welt zusammen, um den gewöhnten Rhythmus des Parks zu ändern.
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Bis zu 30.000 Moskauer und Touristen werden am kommenden langen Wochenende in der Usadba, also dem Herrensitz von Jussupows „Archangelskoje“ am Moskauer Stadtrand erwartet. Derart hohe Besucherzahlen genießt der Museumspark seit fünf Jahren jeden Juni – seit hier, vor einer Kulisse aus dem 18. Jahrhundert, „Usadba.Jazz“ stattfindet.
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Weniger russischen Stil, mehr Internationalität In der ersten Zeit war es eine bescheidene Veranstaltung für die Jazz-Szene Russlands, der GUS und der russischen Emigration. Darauf verwies ursprünglich auch der Name des Festivals. Dieser klang damals nach der bekannten Zeile aus dem Gedicht des russischen Dichters Alexander Blok „Nacht. Straße. Laterne. Apotheke.“, und hieß „Russischer Stil. Usadba. Jazz.“
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Nach drei Jahren wurde auf die Priorität des „Russischen Stils“ im Namen sowie im Programm verzichtet. Das Festival kam schnell auf internationales Niveau. Eine Einladung nach Archangelskoje nahmen bereits renommierte Jazz-Stars aus vielen europäischen Ländern sowie den USA auf, wie etwa Markus Miller und Paolo Fresu.
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Bald will man Größen wie Sting einladen Heute ist „Usadba.Jazz“ Partner von Veranstaltungen wie „Nord Sea Jazz“ in Holland oder dem „Montreux Jazz Festival“ in der Schweiz. Und es wird angestrebt, es zu einem der zehn angesehensten Musikereignisse weltweit zu machen, gestand die Organisatorin Maria Sjomuschkina bei der Pressekonferenz des Festivals.
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„Nicht alle Ausländer kennen uns. Jedoch die, die uns kennen, wollen unbedingt teilnehmen. Wir überlegen uns schon, selbst Sting das nächste Mal einzuladen,“ erklärte Sjomuschkina.
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Ob Sting Jazz spielt und die Einladung akzeptiert, ist strittig, in einer Frage sind sich die Organisatoren dafür einig: „Usadba.Jazz“ verstehe sich als eine demokratische Szene, wo nicht nur klassischer Jazz, „sondern allerlei Richtungen mit Jazz-Elementen gespielt werden können.“
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| "Re:jazz" ist aus Deutschland nach Moskau angereist (foto: usadba.jazz) |
„Re:jazz“, Karl Denson und Igor Butman spielen auf Auch in diesem Jahr ist ein vielfältiges Programm geplant. Auf einer der fünf Freiluftbühnen treten der US-Gitarrist Charlie Hunter, der afroamerikanische Ethno-Jazzman Yusef Lateef, die deutschen „Re:jazz“ oder auch der Saxophonist Karl Denson auf, der einst bei Lenny Kravitz mitspielte.
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Der russische Jazz wird ebenfalls breit vertreten sein. Darunter ist das Bass-Theater von Alex Rostozki, der berühmte Saxophonist Igor Butman, die Petersburger „Billy’s Band“, der Jazz-Rocker Alexej Koslow und andere bekannte Namen.
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Insgesamt werden vom 12. bis zum 14. Juni rund 50 einheimische und ausländische Musiker kommen und alles vom Mainstream bis zum Swing, Jazz-Rock, Ethno-Jazz, Lounge und Funk mitbringen.
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Preise: demokratisch bis „aristokratisch“ Die Musiker sind auf den fünf Bühnen „Aristokrat,“ „Parterre,“ „Lounge,“ „Caprice“ und „Livejournal“ von einander stilistisch abgetrennt. Dadurch soll auch das Publikum gleichmäßig verteilt werden. Mit einem Ticket für die Zone „Aristokrat“ kommt man nicht in die Zone „Parterre“ und umgekehrt.
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Es gibt auch Unterschiede im Preis für die jeweiligen Zonen. Der Eintritt in den demokratischen und modernen „Parterre“-Bereich beträgt 900 Rubel (24 Euro), die klassische Zone „Aristokrat“ kostet entsprechend dem Namen etwas mehr – 1100 Rubel (30 Euro). Den Eintritt in die anderen drei Zonen erlaubt jeder der beiden Tickettypen.
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Mittanzen und mitspielen Allerdings zahlen die Besucher dabei in diesem Jahr nicht nur fürs passives Zuschauen und -hören. Auf zwei Bühnen kann man auf Wunsch seine eigene Kunst zeigen: In der Zone „Caprice“ direkt am Moskwa-Ufer wird bei Jazz-Rythmen junger Bands auf Gras getanzt.
Und diejenigen, die ein Musikinstrument beherrschen, sollten es bei geeigneter Größe auch mitbringen. Auf der Livejournal-Bühne wird jede Stunde eine Jam-Session laufen, bei der die Gäste auf Wunsch etwas vorspielen und einen Preis gewinnen können.
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Für die kleinen Gäste, die ihre musikalischen Vorlieben noch nicht definiert haben, versprechen die Organisatoren die ganzen drei Tage über Unterhaltung mit Clowns und Süßigkeiten – und freien Eintritt für Kinder unter zehn Jahren.
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Das einzige, was in Archangelskoje fast vollständig fehlt, sind Parkplätze, betonte Sjomuschkina. Nach Möglichkeit sollte man deshalb nicht mit dem Auto, sondern per Metro kommen – von der Station Tuschino werden alle Besucher mit speziellen Bussen kostenlos abgeholt.
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