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| Auf silbrig glänzenden Blechen hat Ljudmila Petruschewskaja die Beschreibungen der Fotos von Ljalja Kusnecowa festgehalten (Foto: Jahn/.rufo) | |
Freitag, 21.11.2008
Wochenendtipp: Fotoausstellung „Jenseits von Buchara“
Moskau. Schnappschüsse von Menschen in Buchara zeigt eine Ausstellung von Ljalja Kusnezowa. Die Bildtexte lieferte Ljudmila Petruschewskaja. Auch der Ort ist außergewöhnlich: Ein altes Haus, noch nicht fertig saniert.
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Der Ort ist ungewöhnlich: Das alte Moskauer Spiridonow-Haus auf der Maly Gnezdnikowski-Gasse (Maly Gnezdnikowski pereulok 9/8, Gebäude 1, Metro „Puschkinskaja“) wird gerade totalsaniert. Im Untergeschoss sind „Gastarbeiter“ aus Zentralasien zu Gange. Dem überrascht dreinblickenden Besucher ruft einer freundlich entgegen: „Die Ausstellung ist im ersten Stock“. Breit lächelnd zeigt er mit dem Finger auf die Treppe.
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Eindringliche Momentaufnahmen Über die staubbedeckten Steinstufen geht es in den ersten Stock. Hier ist es ruhig. Nur klassischer Gesang schwebt über die Gänge zwischen den Räumen. Im ersten Saal rechts beginnt der Rundgang durch die Ausstellung „Jenseits von Buchara“. Großformatige Schwarzweiß-Fotos hängen an den hohen Wänden. Auf ihnen sind Alltagsszenen aus der usbekischen Stadt zu sehen.
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Etwa die alte Frau, die noch einmal ihr farbenprächtiges Mädchenkleid angelegt hat – nach langer Überzeugungsarbeit der Fotografin, wie der Begleittext verrät; die Gebetsvorbereitungen in der Synagoge oder die jungen Eltern mit dem strahlenden Nachwuchs auf dem Arm. Schön auch die Serie über den alten Taubenzüchter und seinen noch jungen Sohn, der sich auch sehr für die „Friedensvögel“ interessiert.
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Die in Russland angesehene Fotografin Ljalja Kusnezowa hat all diese Schnappschüsse von einer Reise ins zentralasiatische Usbekistan mitgebracht. Eindringlich sind die Bilder, ebenso wie es bereits die Fotos ihrer berühmten Ausstellung über russische Zigeuner waren.
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| Das Spiridonow Haus in der Maly Gnezdnikowski-Gasse - hier ist die Ausstellung untergebracht - ist selbst einen Ausflug wert (Foto: Jahn/.rufo) | |
Poesie von Petruschewskaja Kongeniale Unterstützung erhielt Kusnezowa diesmal von der bekannten russischen Schriftstellerin Ljudmila Petruschewskaja. Auf verbeultem, silbernem Metallblech beschreibt sie mit scharzem Filzmarker und in poetischen Worten, was sie sieht und dabei fühlt. Die Bleche stehen zwischen den Bildern an die Wand gelehnt oder in Wandnischen.
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Die Wahl des Spiridonow Hauses als Ausstellungsort ist gelungen. Das Haus ist mindestens ebenso beeindruckend wie die Foto-Schau selbst. Aufwändig wird es zurzeit im Auftrag der Investmentgesellschaft Access Renova von Leonard Blawatnik saniert – womöglich, um es nach Fertigstellung als Unternehmensresidenz in Betrieb zu nehmen. Die hohen Räume mit großen Spiegeln, wunderschönen, dunklen und massiven Holztüren und -Vertäfelungen sind sogar schon während der Sanierungsarbeiten sehr beeindruckend.
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Geeignet für den Kurzbesuch am Sonntagnachmittag Fazit: Die Ausstellung „Jenseits von Buchara“ ist schön und – wie man sagt – „übersichtlich“. Unbedingt einen Besuch wert. Schade nur, dass offenbar wenig Werbung dafür gemacht wurde – wenige Besucher kommen vorbei. Dabei eignet sie sich hervorragend für einen Kurzbesuch während des Spaziergangs am Sonntagnachmittag.
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Vielleicht liegt es an den andauernden Sanierungsarbeiten im Erdgeschoss, das die großen Besucherströme bisher ausblieben: Während der Haupteingang an den ersten Ausstellungtagen mit dem farbenfrohen Plakat des Kulturfestivals „Rozamira“ deutlich gekennzeichnet war, fehlte das Hinweisschild wenige Tage später.
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Und noch etwas später war sogar der Haupteingang verschlossen; erst auf Nachfragen erfuhr man von einem Arbeiter auf der Straße, dass es noch einen Hintereingang gibt, an dessen Tür man klingeln muss. Alles ein bisschen chaotisch eben.
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Weitere Ausgehtipps finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.
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